Chronik

Nachhaltige Architektur Umnutzung Bürokomplex

Wettbewerb Umbau Hochbergerstrasse 158

WETTBEWERBSPROGRAMM Gefordert war der Umbau eines Bürogebäudes mit 30 bis 35 kostengünstigen Wohnungen zuzüglich vermietbarer Einzelflächen auf einer Gesamtgrösse zwischen 1’900 und 2’100 m². Unser Konzept gewährleist 37 Wohnungen und insgesamt 2’520 m² effektiv nutzbaren Raum. Mit 20 % mehr vermietbarer Fläche ist unser Beitrag, verglichen mit über 120 eingereichten Arbeiten am effizientesten und hat aufgrund der strengen Orientierung an bereits vorhandenen Strukturen den kleinsten ökologischen Fussabdruck.

IDEE Kompakte Wohnmodule mit Zugang zu grosszügigen Gemeinschaftsräumen und Aussenflächen. Je nach Lebensphase können Räume bedürfnisgerecht gemietet oder geteilt werden. Kleine Einheiten bieten die Flexibilität bestehenden Wohnraum zu ergänzen, beispielsweise als Hobbyraum, Gästezimmer oder zur Pflege eines Angehörigen in unmittelbarer Umgebung.

GEMEINSCHAFTSRÄUME Im Erdgeschoss liegt die Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsbereich und direkter Anbindung zu Garten, Hebelift und Toilettenanlagen. Im 1. Obergeschoss gibt es zudem eine Sauna, wodurch Mieträume ohne Sanitäreinrichtungen auch Zugang zu einer Dusche erhalten. Das 2. Obergeschoss bietet eine grosse Waschküche mit Aufenthaltsbereich und Südterrasse. Eine zweite Waschmöglichkeit befindet sich im Attikageschoss. Im 3. Obergeschoss lädt ein Multimediaraum zum Teilen von Büchern, Zeitschriften, DVDs etc. ein. Ausserdem sind dort alle technischen Einrichtungen für gemeinsame Filmvorführungen installiert.

AUSSENFLÄCHEN Vor dem Gebäude im Süden entsteht ein grosses Pflanzfeld mit Bäumen und beschatteten Sitzgelegenheiten. Der wassergebundene Bodenbelag eignet sich zum Boulespielen und verleiht dem Ort einen mediterranen Charakter. Im östlichen Teil gibt es Velostellflächen für Besucher. Die verbleibenden Parkplätze werden durch eine öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge ergänzt. Das begehbare Dach im Erdgeschoss, wird für Urban Gardening und Farming Projekte freigegeben. Ziel ist die angrenzende Südfassade mit Pflanzen aus dafür bereitgestellten Hochbeeten zu begrünen. Bienenkästen können aufgestellt werden und frei laufende Hühner die Szenerie beleben. Die Nutzung der Dachterrasse ist den Bewohnern der Attikawohnungen vorbehalten. Separiert wird diese Fläche durch fest installierte Pflanztröge mit Rankgittern. Ergänzend dazu gibt es mobile Pflanzeinheiten, die auch als zusätzlicher Sonnenschutz genutzt werden können. Gedeckte Aussenbereiche erübrigen den Einsatz von konventionellen Markisen.

FASSADEN Die Balkoneinschnitte im Süden nehmen Bezug auf die östlich angrenzende Fassade und brechen das strenge Raster der bestehenden Oberflächenstruktur. Mit der Materialisierung und Begrünung der Aussenbereichen ergibt sich sowohl von aussen als auch innen eine Referenz zur Natur. Das heimische Nadelholz der Fassadenverkleidung verleiht der Hülle ein wohnliches Profil. Die Putzoberflächen aus regionalem Kies schaffen einen direkten Bezug zum nahe gelegenen Wasser und beleben die Aussenhaut durch ein natürliches Farbspiel.

UNTERGESCHOSSE UND DACH Der neu gestaltete Eingangsbereich ermöglicht den direkten Zugang zum 1. Untergeschoss und öffnet es somit auch für externe Anlässe. Der Gemeinschaftsraum bildet eine Art Patio um den Atelier, Hobby- und Bastelräume arrangiert sind. Das 2. Untergeschoss ist optional auch über einen Warenlift erreichbar und damit prädestiniert für die Einrichtung der Mieterkeller und Lagerräumen. Der Luftschutzkeller im 2. und 3. Untergeschoss eignet sich dank der massiven Bauweise für Soundprojekte jeglicher Art. Neben Proberäumen oder Tonstudios, ist hier auch die Etablierung eines Clubs mit Zugang über die Tiefgarage denkbar. Das Dach über der Attika ist für Anlagen zur solaren Energiegewinnung optimal orientiert.

STRUKTUR Eingriffe in die Statik werden auf ein Minimum reduziert und konzentrieren sich im Erdgeschoss auf den Haupteingang und den nördlichen Ausgang zum „Public-Garden“. Durch die Modifikation der Eingangssituation entsteht Raum für einen grosszügigen Hebelift und eine Briefkastenanlage für 45 Einheiten. Der Fassadeneinschnitt für die Treppe zum Garten erzeugt jeweils einen gedeckten Aussensitzplatz im Erd- und 1. Obergeschoss. In den Regelgeschossen werden die Stirnseiten der Deckenplatten auf Süd- und Nordseite zurückgeschnitten und die westlichen Tragwände durch jeweils zwei neue Türöffnungen erweitert. Im Erschliessungskern gibt es insgesamt zwei neue Öffnungen für die Gemeinschaftsküche und Sauna. Im Attikageschoss entstehen ein neuer Fassadeneinschnitt nach Westen und zwei Rücksprünge der Gebäudehülle im Süden. Die bestehenden Dachöffnungen werden komplett integriert. In den Untergeschossen ergänzt lediglich ein Kuppelfenster die Dachfläche über den Ateliers. Alle Technikräume bleiben in ihrer Form und Funktion erhalten.

Innentüre

Renovation Doppelhaus

Birsfelden Birsquai 29

Das Gebäude hatte sich in den Jahren stark gesetzt, wodurch sich zwischen West- und Ostfassade eine Niveaudifferenz von fast zwanzig Zentimetern ergab. Des Weiteren klaffte in der Haustrennwand ein mehrere Zentimeter breiter Spalt zum Nachbarn.

Um Raumverlust im Rahmen der Nivellierung zu minimieren, wurde der gesamte Boden bis auf die Deckenbalken abgetragen. Der neue, statisch tragende Dielenboden erlaubte später eine sehr geringe Aufbauhöhe. Die beschädigte Haustrennwand wurde neben dem Ausflicken über die gesamte Fläche durch eine Installations- und Schallschutzebene ergänzt.

Cheminée

Renovation Penthouse

Binningen Bachmattenstr. 34

Bei diesem Schweizer Apartment aus den 70er Jahren musste ein Konzept für vergleichsweise kleine Wohnräume gefunden werden. Zum einen wurde sich auf die optische Vergrösserung konzentriert und in Entrée und Bad mit verspiegelten Wandflächen gearbeitet. Hierfür wurde gleichzeitig ein passendes Lichtprogramm entwickelt, das in seiner Reflexion die Raumspiegelungen aufnimmt und zusätzlichen Eindruck von Helligkeit und Weite generiert. Zum anderen wurden kompakte Lösungen geschaffen, um den architektonisch vorgegebenen Raum effektiv zu nutzen. So verbergen sich hinter einem Teil der Spiegelflächen praktische Schrankeinbauten und vor allem in der Küche ermöglichen kombinierte Einbauelemente, Nischennutzung sowie platzsparende Möblierung Bewegungsfreiheit und funktionales Agieren. Als Clou wurde magnetische Wandfarbe in Schwarz eingesetzt, um beispielsweise Notizzettel anzubringen und gleichzeitig die homogene Wandfläche zu bewahren. Daran anschliessend wurden die übrigen Wände in Weiss gehalten, von dem sich wiederum die dunklen Lampen absetzen. Die Kontrastierung von Schwarz und Weiss wurde auch in den übrigen Räumen fortgeführt; so sind die weissen Heizkörperlamellen im Retro-Chic erhalten und vor einen schwarzen Hintergrund gesetzt, auch im Kaminbereich finden sich helle und dunkle Elemente. Hier wurde zudem die ursprüngliche Kupferverkleidung aufgearbeitet und so eine natürliche Nuance beigefügt, die sich beispielsweise auch im Eichenholzboden und den passend darauf abgestimmten Fensterbänken findet.

Aufstockung in Allschwil

Um- und Anbau eines Einfamilienhauses

Im Rahmen eines Wettbewerbes wurde die Erweiterung eines bestehenden Einfamilienhauses gefordert. Unser Beitrag setzte sich schliesslich mit einer kompakten Aufstockung des existierenden eingeschossigen Anbaus durch. Die verlängerte, bestehende Dachhaut verbindet Alt und Neu zu einer neuen Einheit.

Der bestehende massive Erker wurde nach oben verlängert und ist dort Brüstung für einen kleinen Balkon am Elternschlafzimmer. Der restliche Anbau wurde komplett in Holzständerbauweise realisiert.

Stadthaus Baujahr 1686

Umbau und Sanierung in Sissach Hauptstr. 98

Die Aufgabe bestand im Umbau eines denkmalgeschützten Stadthauses unter Einbindung archäologischer Expertise und Aufrechterhaltung eines bestehenden Velobetriebes. Da die Tragkonstruktion und die bauliche Nutzung des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte mehrfach modifiziert worden war, lag das Hauptaugenmerk zunächst auf der Vereinfachung der Gebäudestruktur.

Mit dem Einsatz von Stahlträgern, welche zwischen den beiden Haustrennwänden gespannt wurden, gelang eine flexible und grosszügige Raumgliederung. Um eine maximale Öffnung und Belichtung des bis dato dunklen ersten Obergeschosses zu erreichen, wurde ein Teil der wohnungsinternen Decke rückgebaut und dadurch eine Galerie geschaffen.

Der vorhandene Niveauversatz zur Dachterrasse wurde mit einer eingepassten Kücheninsel samt Treppenanlage überwunden. Sämtliche Sanitärinstallationen wurden an die östliche Haustrennwand verlegt, wodurch das westliche Pendant heute komplett in Bruchstein sichtbar ist. Die längs tragenden Originalbalkendecken wurden ebenfalls erhalten und treten nun, insbesondere im Wohn- und Esszimmer repräsentativ in Erscheinung.

Ausgeschlafen auf Ruinen

Gebettet auf leeren Harassen

Alte Idee neu interpretiert. Möbel auf Basis von Paletten oder Getränkekisten sind nicht wirklich neu. Auch wir experimentieren gerne mit derart vielseitigen Produkten und spätestens seit einem Projekt aus 2000 Desperadoskästen, hatten wir genügend Zeit uns intensiv mit diesen Materialien auseinander zu setzen.

Das Ziel war eine harte und biegesteife Unterlage, die auch für Futons geeignet sein sollte. Im Gegensatz zu herkömmlichen, schweren Tatamis entschieden wir uns aber für eine leichte Rahmenkonstruktion aus Holz. Eine Wabenplatte aus Kunststoff sorgt für die nötige Luftzirkulation und referenziert auf die weissen Harassen.

Für gemütliche Filmabende gibt es optional einen Monitor, der dezent unter dem Bett verstaut werden kann. Das Soundsystem mit Subwoofer und Satellitenlautsprechern befindet sich in den umgenutzten Getränkekästen.

Drei Drucktaster am Kopfende schalten jeweils eine Steckdose versteckt hinter dem Rückenteil, dort können beispielsweise Leuchten für unterschiedliche Lichtstimmungen angeschlossen werden.

Private Augenklinik in Basel

Umbau der Ambimed Tagesklinik

Operationssaal, Anästhesie, Sterilisation, etc. Die Herausforderung bei diesem Projekt war die Zeitvorgabe von knapp einem Monat für die Umsetzung jeglicher Umbaumassnahmen; entsprechend strukturiert und konzentriert mussten alle Abläufe ineinander greifen. Effizienz und gleichzeitig hohe Qualität sollten sich auch im Ergebnis widerspiegeln – in relativ kleinen Räumlichkeiten sollten die medizinischen Routinen beschleunigt und Patienten wie Personal der Aufenthalt in der Klinik so angenehm wie möglich gestaltet werden.

In enger Zusammenarbeit mit dem Klinikteam wurden zunächst die technische Infrastruktur und internen Arbeitsabläufe entschlüsselt, um dann gemeinsam ein Farbkonzept und Raum-optimiertes Mobiliar zu entwickeln.

Hierbei entschieden wir uns für freundliche Farben, lackierte Oberflächen und lichtdurchlässige Raumteiler aus leichtem Stoff. Der Linsenschrank wurde als Durchreiche organisiert, der sich vom Nebenbaum des Operationssaales befüllen lässt, im OP selbst ermöglicht die in die Einrichtung integrierte „Ladegarage“ eine kontinuierliche Bereitstellung des technischen Geräts. Das dominierende Weiss innerhalb des medizinisch-sterilen Umfeldes wird ergänzt durch ein sanftes Spektrum von Grün, Blau und Flieder, wodurch die Räume ihrer unterschiedlichen Funktion entsprechend eine Atmosphäre von Entspannung, Beruhigung und Konzentration ausstrahlen.

Die bereits vorhandenen Desinfektionsspender in kräftigen Farben wurden bewusst inszeniert, sie fungieren als Blickfänger und lenken von anderen, weniger freundlich erscheinenden Geräten ab. Das Ziel ist es sowohl Patienten als auch Belegschaft eine ansprechende Umgebung zu schaffen und den Aufenthalt für beide Seiten so angenehm wie möglich zu gestalten.

Lichtkonzept für den HB Zürich

Nächtliche Piazza für die Stadt Zürich

1871 wurde die Zürcher Bahnhofshalle erstellt. Damals, vor fast 150 Jahren, fuhren noch Dampfzüge in diesem rund 1800 m2 grossen Teil des Bahnhofs ein. Die bekannten Perrons kamen erst viel später dazu. Am öffentlichen Wettbewerb für ein neues Lichtkonzept haben 14 Büros aus dem In- und Ausland teilgenommen. Es galt, in einem Gesamtkonzept die drei Bereiche Bahnhofshalle sowie die Quer- und Perronhalle mit der Beleuchtung optimal zu interpretieren und zu inszenieren.

TAGESLICHT ALS LEITSCHNUR Die gemeinsam mit HHM Basel Elektro Engineering erarbeitete Lösung fokussierte auf ein integrales Lichtkonzept, das neue Orientierungsebenen für den Besucher, den Passagier aber auch für das SBB-Personal schafft. Ein wichtiges Element des Konzepts bildet der natürliche Lichteinfall. Die Perrons und die Bahnhofhalle profitieren am Tag von viel Tageslicht. Diese Tatsache war für die Entwicklung des Kunstlichtkonzepts wichtig. Das Konzept nimmt den Grundgedanken auf und führt ihn in die Nacht hinein. Bei Dämmerung wird das natürliche Licht verstärkt und die Tageslichtnutzung wird verlängert. Nachts wird die gewohnte Lichtführung des Tages für die Nutzer leicht verständlich weitergeführt. Durch digitale Lichtsteuerungen wird die optimale Nutzung der verfügbaren Tageslichtmenge gewährleistet. Mit einbezogen ins Konzept müssen auch Rahmenbedingungen der Auftraggeber. So bestehen z. B. zwingende Richtlinien und Regelwerke der SBB für die Beleuchtung von Bahnhöfen, Gleisfeldern und Tunnels.

DACH WIRD ZUM HIMMEL Ein zentraler Punkt zur Akzentsetzung stellt die grosse Haupthalle dar. Das Lichtkonzept sieht diese als grosse Piazza vor. Im Bereich der Überdachung wird das Dach nachts mittels künstlich erzeugtem Sternenhimmel optisch geöffnet und so eine Nachthimmelsituation simuliert. Jede Leuchte ist einzeln geschaltet und kann gedimmt werden, um einen möglichst realitätsnahen Nachthimmel zu erzeugen. Interessant sind auch die Überlegungen im Bereich der Perrons. Das Lichtband erfüllt dort zwei Funktionen. Zum einen wird die homogene Beleuchtung mit Simulation des Tageslichts gewährt. Zum anderen wird die Perronhalle mit der Architektur und Tragkonstruktion aufgehellt und akzentuiert. Es wäre möglich gewesen, mit steigender Beleuchtungsstärke von Anfang bis Ende des Perrons auf die Personenzahl zu reagieren. Ein anderer Vorteil dieses Szenarios ist, dass sich die Augen des Lokführers beim Einfahren des Zugs an die neue Lichtumgebung gewöhnen können. Die Bedeutung des Lichts wird an einem Konzept wie diesem sichtbar. Es sind weit mehr als nur technische Überlegungen, die das Gute vom Durchschnitt unterscheiden.